Zuhause Arbeiten: Die Zukunft sieht anders aus

Zuhause Arbeiten: Die Zukunft sieht anders aus

12. Februar 2021 New Work

Laut Studien arbeiten immer mehr Menschen von zu Hause aus. Geschuldet ist dieser rasante Anstieg der Zahlen keinesfalls nur der momentanen Krise – seit 2005 stieg die Zahl von Remote Mitarbeitern um 140%. Dennoch tun sich Unternehmen nach wie vor schwer, flexible Arbeitsmodelle und -zeiten anzubieten. Was müssen Arbeitnehmer wissen, die nicht im Büro, sondern zuhause arbeiten? Wir erklären, welche Vorteile und Nachteile das Arbeiten von zuhause aus haben kann und wie Unternehmen flexible Modelle im Change-Management richtig angehen können.

Bei vielen Arbeitnehmern heiß begehrt und von Kollegen auf der ganzen Welt beneidet: Arbeiten von zuhause! Kein langes Pendeln im Berufsverkehr, die eigenen Arbeitszeiten flexibel wählen. Die Herausforderungen und Umstellungen, die oftmals dazugehören, wenn Arbeitnehmer von zuhause arbeiten, werden dennoch oft übersehen. Es mag vielleicht bequemer klingen, im kuscheligen Pyjama am Küchentisch zu sitzen – aber steigert arbeiten von zuhause die eigene Produktivität und Kreativität?

Immer mehr Menschen arbeiten von zuhause

2019 haben 12,9 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland von zuhause aus gearbeitet. Experten vermuten, dass diese Zahl in den kommenden Jahren rasant wachsen wird. Beschäftigte, welcher ihrer Arbeit ortsungebunden nachgehen, wird nach aktuellen Einschätzungen im Jahr 2030 bei knapp 255 Millionen liegen. Im Rahmen einer aktuellen Untersuchung von Vodafone fand man heraus, dass flexible Arbeitsplatzkonzepte – und damit auch das Arbeiten von zuhause – für Arbeitnehmer die Hauptvorteile des eigenen Jobs sind.

Diese Aspekte sind für Mitarbeiter ausschlaggebend bei der Entscheidung über einen möglichen Jobwechsel. Ein Drittel der Befragten gab an, dass sich die Bereitschaft im aktuellen Job zu bleiben, deutlich steigern würde, wenn flexible Arbeitsmodelle ausgebaut werden. Mehr als die Hälfte der Befragten ist der Überzeugung, dass die Arbeitszufriedenheit höher wäre, wenn die Möglichkeit für flexible Arbeitszeiten und das Arbeiten on remote besteht. Diese Zahlen verdeutlichen, dass flexible Arbeitsmodelle wichtige Instrumente für die Mitarbeiterbindung und Unternehmensreputation sind.

So ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Unternehmen auf den neuen Arbeitsmarkt reagieren und Angestellten als Option die Arbeit von zuhause sowie flexible Arbeitszeiten ermöglichen. Im vergangenen Jahr kündigte der internationale Konzern Siemens an, das Homeoffice Modell für alle 140.000 Mitarbeiter zugänglich zu machen.  

Mehr Produktivität im Homeoffice

Dass ortsungebundene Angestellte ihre Aufgaben effektiver erledigen als ihre Kollegen im Büro, wurde bereits in mehreren Studien nachgewiesen. Im Rahmen mehrerer Studien kam heraus, dass die Produktivität bei der Arbeit von zuhause aus besser ist als in der Büroumgebung. Im Durchschnitt verbringen Angestellte, die von zuhause aus arbeiten, 10 Minuten weniger pro Tag damit, unproduktiv zu sein. Zudem arbeiten diese einen Tag mehr pro Woche und sind somit 47 % produktiver. Auch die Mitarbeiterzufriedenheit war bei Remote-Arbeitern deutlich höher, diese berichten über eine bessere Vereinbarkeit mit Beruf und Familie.

Arbeiten von zuhause ist nicht für jeden geeignet

Dennoch liegt die Heimarbeit nicht jedem Angestellten. Eine Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), bei der 2.000 Beschäftigte zum Thema flexibles Arbeiten befragt wurden, hat gezeigt, dass die Arbeitszufriedenheit zwar höher ist, die psychische Belastung aber deutlich steigt.  Arbeitnehmer im Homeoffice leiden somit deutlich häufiger an Erschöpfung, Konzentrationsproblemen sowie Schlafstörungen. 

Weitere Befragungen haben gezeigt, dass mangelnde Kommunikation mit Kollegen und Vorgesetzten eine Zusammenarbeit schwieriger gestaltet als persönlich vor Ort. Zudem spielt auch der Karrierefaktor eine wichtige Rolle – denn viele Arbeitnehmer befürchten weniger Aufstiegschancen durch die nicht vorhandenen Präsenzzeiten. Mehrere internationale Firmen wie Apple läuten bereits das Homeoffice-Ende ein und lassen Mitarbeiter wieder in die eigenen Büroflächen zurückkehren.

Arbeiten von zuhause: Nur ein Arbeitsmodell von vielen

Coworking Spaces bieten hier eine ideale Alternative. Durch die Etablierung von Fern- und Heimarbeit in vielen Unternehmen ist der Bedarf nach Coworking Arbeitsplätzen, in denen Mitglieder zusammenarbeiten und sich vernetzen können, ebenfalls gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Markterhebung des Bundesverbandes Coworking Spaces Deutschland e. V. (BVCS) aus dem Mai 2020. Demnach gibt es derzeit 1.268 Coworking-Spaces und -flächen in Deutschland. Anfang 2018 waren es nur knapp über 300. Dr. Sebastian Schmidt, Gründer und Geschäftsführer von SleevesUp!, ist der Meinung, dass Büros dennoch nicht von der Bildfläche verschwinden – viel eher müssten diese an die neuen Bedürfnisse angepasst werden. Für viele Unternehmen hat das Homeoffice Konzept verdeutlicht, dass zukunftsweisende Arbeitsmodelle in die Unternehmensstrategie integriert werden müssen.

Teresa Hertwig von GRC – GetRemote Consulting GmbH weist im New Work Lunchtalk darauf hin, dass viele Unternehmen die Option der Heimarbeit zwar anbieten, die damit verbundenen Weiterbildungen und Team-Trainings dabei aber vernachlässigen. Vielmehr müssten bestehende Arbeitskonzepte hinterfragt und nach anderen Formen der Zusammenarbeit gesucht werden. Unternehmen müssten Arbeitsumgebungen schaffen, die verschiedene Formen der Zusammenarbeit zulassen.

Laut Hertwig ist Homeoffice nicht für jeden das richtige. Vielmehr sollten Mitarbeiter selbst entscheiden können, wie und von wo man arbeitet. Biete man aber den eigenen Mitarbeitern nach der Krise nur noch die Option Normalbetrieb, ohne die Situation zuvor entsprechend zu evaluieren, könne sich dies nur kontraproduktiv auswirken. Eine der größten Herausforderungen für Unternehmen sei jetzt zu entscheiden, wie das Arbeiten nach der Krise aussehen sollte. Hertwig ist der Meinung, dass sich im Idealfall ein Hybridmodell entwickeln wird, welches die Heimarbeit und die Präsenzarbeit miteinander verknüpft. Dies bräuchte allerdings einen Kompromiss sowie langfristige Entwicklungsphasen – auch in Zusammenarbeit mit den eigenen Mitarbeitern. Ihre Empfehlung für ein ideales Arbeitsumfeld ist eine Form zwischen traditionellem Büro oder Coworking Space mit zwei flexiblen und mobilen Arbeitstagen. Hierbei überwiege die Bürophase für Meetings und Kollaborationen, die Flexibilität sei trotzdem vorhanden.

Flexible Büroflächen als Erfolgsfaktor

Die Vorteile von Homeoffice können nicht von der Hand gewiesen werden – vielmehr geht es darum, Arbeit nicht mehr an einen bestimmten Ort zu koppeln. Dabei müssen richtige Grundvoraussetzungen für flexibles Arbeiten geschaffen werden. Ein Gemeinschaftsbüro bietet sich beispielsweise für Teamprojekte und gemeinsame Brainstormings an.

Von zuhause aus können im Homeoffice kreative One-Player-Aufgaben erledigt werden. Es ist an der Zeit, dass mehr Unternehmen innovativ und offen für neue Konzepte werden. Dabei müssen sich Führungskräfte vor allem von der Vorstellung lösen, dass das Arbeitsmodell des Homeoffices sich grundlegend von der Arbeit im Büro unterscheidet. Der Umstieg auf einen ortsungebundenen Arbeitsplatz braucht Zeit – daher ist es wichtig, die eigenen Mitarbeiter zu trainieren und passende Tools zur Verfügung zu stellen. 

Die Grundlage von effizientem und produktivem Arbeiten von zuhause aus ist es, eine gute Struktur zu schaffen. Teresa Hertwig empfiehlt, auch die typischen Büroarbeitszeiten zu hinterfragen. Man sollte als Arbeitnehmer für sich selbst entscheiden können, zu welcher Uhrzeit man am produktivsten ist. Der Fokus sollte hier auf ergebnisorientiertem Arbeiten liegen und nicht darauf, den achtstündigen Arbeitstag abzusitzen. 

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